Landspuren

Tiere

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Wer an Landleben denkt, denkt fast immer auch an Tiere. An Rinder auf der Weide, Hühner auf dem Hof, Schafe und Ziegen, an Pferde, Schweine oder einen Hund, der Haus und Hof im Blick behält. Manche Tiere fallen sofort ins Auge. Andere, wie die Bienen, verrichten einen großen Teil ihrer Arbeit beinahe unbemerkt.

Doch warum gehören Tiere eigentlich so selbstverständlich zu unserer Vorstellung vom Landleben?

Ländlicher Hof mit Pferd, Rindern, Schafen, Ziegen, Schweinen, Hühnern, Gänsen, Enten, Hund, Katze und Bienen in einer weitläufigen Landschaft.
Tiere gehören in all ihrer Vielfalt zum ländlichen Leben – als Nutztiere, Arbeitspartner, Begleiter und als Teil eines lebendigen Zusammenspiels von Mensch, Tier und Landschaft.

Die Antwort ist vielfältiger, als es zunächst scheint. Tiere liefern Milch, Fleisch, Eier, Wolle und andere Erzeugnisse. Sie können Landschaften beweiden, Herden hüten, Haus und Hof bewachen oder dem Menschen bei seiner Arbeit helfen. Manche leben vor allem als Begleiter an seiner Seite. Und manche erfüllen Aufgaben, deren Bedeutung weit über das einzelne Tier hinausreicht.

Dabei ist Tier nicht gleich Tier.

Warum gibt es so viele unterschiedliche Rassen? Weshalb eignet sich ein Tier besonders gut für eine bestimmte Aufgabe, während ein anderes ganz andere Eigenschaften besitzt? Was unterscheidet ein robustes Tier, das mit kargen Bedingungen zurechtkommt, von einer Rasse, die für bestimmte Leistungen gezüchtet wurde? Und warum sind manche alten Rassen heute selten geworden, während andere vielerorts zum vertrauten Bild gehören? [Q1] [Q2] [Q3]

Hinter solchen Fragen steckt eine große Vielfalt. Zucht hat Eigenschaften von Tieren über Generationen beeinflusst. Haltung muss sich mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen. Nutzung bedeutet immer auch Verantwortung. Und die Frage, was ein Tier braucht, lässt sich nicht für Pferd, Rind, Schwein, Huhn oder Biene mit derselben Antwort erledigen. [Q1] [Q3] [Q4] [Q6]

Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Bei Landspuren betrachten wir Tiere nicht nur danach, was sie dem Menschen geben oder welchen Nutzen sie haben. Wir schauen ebenso darauf, was zu einer verantwortungsvollen Haltung gehört, welche Besonderheiten verschiedene Tierarten und Rassen mitbringen und welche Rolle Tierwohl, Zucht und Nutzung spielen.

Dabei werden wir nicht jedes Thema mit einer einfachen Antwort abschließen können. Gerade bei der Haltung und Nutzung von Tieren treffen praktische Erfahrungen, wirtschaftliche Bedingungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, gesetzliche Vorgaben und unterschiedliche Vorstellungen davon, was richtig und verantwortbar ist, aufeinander. [Q4] [Q5] [Q6]

Landspuren möchte diese Zusammenhänge verständlich machen, ohne die Vergangenheit zu verklären oder die Gegenwart pauschal zu verurteilen.

Denn wer genauer hinsieht, entdeckt hinter einem scheinbar vertrauten Tier oft eine ganze Welt von Fragen: Warum ist diese Rasse so, wie sie ist? Wofür wurde sie gehalten? Was braucht sie? Welche Eigenschaften machen sie besonders? Und welche Verantwortung entsteht daraus, wenn Menschen Tiere halten, züchten oder nutzen?

Auf den folgenden Seiten begegnen wir deshalb Pferden und Rindern ebenso wie Schweinen, Schafen und Ziegen. Wir beschäftigen uns mit Geflügel und Wassergeflügel, Kaninchen, Hunden und Katzen – und auch mit den Bienen.

Nicht nur, um Tiere kennenzulernen.

Sondern um besser zu verstehen, was es bedeutet, mit ihnen zu leben.

Quellen und weiterführende Fachstellen

[Q1] FAO, Domestic Animal Diversity Information System (DAD-IS): Breed information. Rassenprofile, Merkmale, Vielfalt und Nutzungen.

[Q2] FAO, DAD-IS: Domestic Animal Diversity Information System. Internationale Datenbank zu tiergenetischen Ressourcen, Rassenvielfalt und Gefährdungsstatus.

[Q3] FAO, Second Report on the State of the World’s Animal Genetic Resources for Food and Agriculture. Fachlicher Hintergrund zu Rassenvielfalt, Anpassungsfähigkeit, Nutzung und Erhaltung tiergenetischer Ressourcen.

[Q4] Thünen-Institut: Wie tiergerecht ist die Nutztierhaltung?. Begriffe Tierwohl/Tiergerechtheit sowie Bedeutung von Verhalten, Gesundheit, Haltung, Pflege und Fütterung.

[Q5] Thünen-Institut: Nationales Tierwohl-Monitoring. Belegt die fachliche und gesellschaftliche Relevanz sowie die kontroverse Diskussion der Tiergerechtheit in der Nutztierhaltung.

[Q6] Bundesministerium: Tierschutzgutachten / Tierschutzleitlinien. Amtliche Einstiegsstelle zu Mindestanforderungen und Leitlinien für Tierhaltung.

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